Sag niemals „Schwarz“ !

Kennen Sie noch
das alte Kinderlied „Zehn kleine Negerlein“? Die auf ziemlich ungeschickte Weise eines nach dem anderen abhanden kommen? Bis auch das letzte verschwunden ist? (…“da war´n sie alle futsch.“)

Neinnein – kein Neonazi-Song! Sondern ein harmloses Zähl-Liedchen von „zehn“ bis „null“ rückwärts, um uns Kinderlein musikalisch mit den Grundlagen der Mathematik vertraut zu machen.

Es war uns dabei völlig wurscht, ob nun kleine Negerlein zu Schaden kamen, kleine Sachsen, kleine Stickenbütteler oder kleine Hoppelhasen. Die Hauptsache war, daß man richtig zählte – damals vor siebzig Jahren.

Wagen Sie heute mal, diesen verbrecherischen Hetzgesang auch nur zu summen! Sofort werden gnadenlose Gutmeiner über Sie herfallen und Sie als einen menschenverachtenden Rassisten in ihre rotgrüne Meinungs-Mülltonne stopfen, wo es eh schon rappelvoll ist!

Das Wort „Neger“ empfanden wir nicht als anstößig.
Es gab allerdings andere Tabu-Wörter. (Da hieß es: „Klein-Corbinian!! Sowas sagt man aber nicht!!“) Über die regt sich heute kein Mensch mehr auf.

Nehmen Sie zum Beispiel das geschmeidige Hauptwort „Scheiße“. War das früher ein absolutes Pfui-Wort, so ist es gegenwärtig aus unserem Sprachalltag nicht mehr wegzudenken. Moderne Bühnenstücke und ambitionierte Kinofilme wollen inzwischen genau so wenig darauf verzichten wie zeitgenössische Romane, Fernsehkrimis und Büttenreden. Es hat – sozusagen – Karriere gemacht.

Sogar als Eigenschaftswort wird es gern verwendet – so etwa, wenn eine übernächtigte Zwölfjährige ungeschminkt in den Spiegel starrt und verzweifelt feststellt::“Cool! Ich sehe wieder echt scheiße aus!“

Nur in Stickenbüttel und entlang der gesamten Wasserkante sagt man von je her : „Watt´n Schiet!“.

Und damit kannst du überall auftreten.

Ein verwandter Fall :
„Allerwertester“, „Popo“, „Hintern“ oder „Gesäß“ sind veraltete Begriffe für einen der wichtigsten Körperteile überhaupt. Zu sowas fehlt uns heute die Zeit. Wir sagen einfach „Arsch“ oder – noch präziser – „Arschloch“. Und jeder weiß Bescheid. Lustige Bücher über „Das kleine Arschloch“ als Comic-Figur finden Sie in allen seriösen Buchhandlungen (Abteilung „Humor“, oben rechts). Eine liebe Freundin mit Dauerschmerzen im Rücken gestand mir neulich: „Ich komme gerade vom Doktor. Also – meine Schulter ist im Arsch!“ Ich konnte sie ein bißchen trösten : „Du Ärmste! Das drückt doch bestimmt beim Sitzen! Aber ehrlich  – sehen tut man´s kaum.“

Oder „geil“ : Das war mal so ein Erwachsenen-Wort für Kenner und Liebhaber – geheimnisvoll, frivol und nur zum internen Gebrauch bestimmt. Heute ist alles geil : Bratwurst, Spendier-Oma, eine Fünf in Mathe, Schlägerei, Schlabberhose, Gott, Graffiti am neuen Rathaus, das Baby der Mitschülerin…

Aus anerzogener Schamhaftigkeit
versage ich mir eine nähere Erläuterung des weltumspannenden Begriffes „fuck“. Jedes Kind weiß sowieso schon ab der Kita (auch so eine Wortschöpfung!), was gemeint ist. Die Filmkomödie „Fack ju Göhte“ zählt zu den wegweisenden Kulturleistungen unseres Jahrhunderts. Übrigens steht „fuck“ außerdem auch schlicht für „So eine Scheiße“. Das darf Baby dann auch schon hören.

Die meisten Vergewaltigungen
geschehen nicht im Stadtpark, sondern im verworrenen Dschungel unserer Muttersprache. Dabei rede ich nicht einmal von dem unsäglichen Kauderwelsch durch hemmungslosen Mißbrauch englisch-amerikanischer Vokabeln. Da sind wir sowieso eindeutig Weltmeister.

Wir können´s auch ohne Fremdeinwirkung :

Einst begann man seine Berufsausbildung als Lehrling. (Eigentlich „Lernling“, denn man sollte ja nicht lehren, sondern lernen.) Dann aber entdeckte ein besonders Wachsamer das furchtbar Diskriminierende dieser Bezeichnung. Und prompt wurde aus dem Lehrling ein „Auszubildender“. Wie nicht anders zu erwarten, schliff sich dieses Wortmonster bald ab zu „Azubi“ oder sogar – falls weiblich – „Azubine“. Ich habe bis heute nicht begriffen, was daran nun besser sein soll.

Hände weg vom Zigeuner!
„Papa – sinti Roma Zigeuner?“ Diese Kinder-Frage ist eine Provokation! Den „Zigeuner“ dürfen auch Minderjährige nicht mehr in den Mund nehmen! Er entspricht in keiner Weise der allgemeinen Sprachhygiene und ist offiziell abgeschafft. Lassen Sie die Finger davon. Andernfalls riskieren Sie, daß unerbittliche Wohlrede-Prüfer Sie ungesäumt an den Pranger zerren und ganz vorn festbinden, wo alle Tugendlichen sich voll Abscheu an Ihrer Schande weiden können : Seht den Verworfenen, den faschistischen Pegida-Aktivisten!! Er hat „Zigeuner“ gesagt – und schämt sich nicht einmal!

Was Wunder, daß kein deutsches Restaurant mehr das beliebte „Zigeunerschnitzel“ in seiner Karte führt! Die virtuose Zigeunerkapelle heißt jetzt : „Ethnisch geprägte Musikanten-Vereinigung zur Darbietung spezieller Tonfolgen zwecks Broterwerbes durch unentgeltliche Entgegennahme von Geldspenden in beliebiger Höhe“.

Die Habanera, jenes leidenschaftliche Liebeslied aus der Oper Carmen („Die-Lie-be-von-Zi-geu-nern-stammt…“) wurde ersetzt durch die altrussische Volksweise „Kalinka“. Und ob die berüchtigte Hass-Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß mit ihren rassistischen Tendenzen jemals wieder aufgeführt werden darf, wird auf einem internationalen Ethik-Sondergipfel in Bad Kleckersdorf schon seit Monaten intensiv beraten. Ein Ergebnis lag bei Redaktionsschluß leider immer noch nicht vor.

Es sind auch keine Asyl-Verlangenden,
die derzeit zu Hunderttausenden ungehemmt Gebrauch machen von unserer treudeutschen Willkommenskultur. Vielmehr handelt es sich ausschließlich um sehnlichst erwartete Zukunftsbürger aus aller Diktatoren Länder. Sie wollen ihre persönlichen Schicksale nun bei uns endlagern und uns mit ihren vielfältigen Kulturen beglücken. Damit aus unserem bräsigen Wohlfahrtsstaat, mit dem wir bislang irrtümlich ganz zufrieden waren, endlich ein allerweltoffenes, totaltolerantes, multikunterbuntes Chaosparadies wird unter dem Motto : „Orient statt Orientierung.“ Jeder Neuankömmling bringt noch ein bißchen Farbe mit sowie sein neues Smartphone. Anmeldung nicht erforderlich. Aufenthaltsdauer beliebig. Familienzusammenführung vorgesehen. Der Eintritt ist frei. Sämtliche Kosten übernimmt der Gastgeber.

Schwarz ist nicht mehr gestattet.
Die Zeit der zehn kleinen Negerlein ist vorbei. Heute darf man das Wort „Neger“ nicht einmal mehr denken, geschweige denn aussprechen. Also kein Negerkuß, kein süßes Negerbaby mit Kulleraugen, kein trautes Negerdorf im Urwald…

Der Sarotti-Mohr sollte vielleicht besser „Schoko-Fuzzi“ heißen.

Daß man das amerikanisch-verächtliche Wort „Nigger“ aus dem Sprachschatz verbannt, finde ich in Ordnung. Aber „Neger“ – das leitet sich doch ab vom lateinischen niger = schwarz. (Denken Sie an die eindrucksvolle Porta Nigra in der ehemaligen Römersiedlung Trier = „Schwarzes Tor“. Was ist daran so verwerflich?)

Ein Neger wäre demnach halt ein Mensch mit dunkler bis schwarzer Hautfarbe. Punkt.

So einfach ist das aber nicht..
Schon beginnen nämlich unsere Empathie-Beauftragten, sogar die Farbe „Schwarz“ generell unter Diskriminierungsverdacht zu stellen. Vorsicht also : Steigt da ein Neger in den Bus? Falsch! Ein Schwarzer vielleicht? Noch falscher! Einer aus Schwarzafrika? Um Gottes willen – leise!! Jener junge Herr dort hinten ist kein Neger! Sondern ein Angehöriger der farbigen Rasse mit einem zentralafrikanischen Migrationshintergrund und besonders prächtigem Gebiß! Alles klar?? Sonst kommen wir in Teufels Küche. Und da ist es dann allerdings sehr schwarz. Als Strafverschärfung.

(Freund Günni wirft ein : „Also ein schwarzer Farbiger – oder wie?“ Manchmal kann er ganz schön nerven.)

Was sollen wir tun
mit all den afrika-feindlichen Begriffen wie „Schwarzwald, Schwarzwild, Schwarzarbeit, Schwarzgeld“ etc., von denen es in unserer ungehobelten Sprache nur so wimmelt? Wie werden wir eine derart provokante Farbe in Zukunft so korrekt benennen, daß kein Fremder mehr beleidigt sein kann?

„Unweiß“ vielleicht oder „Antiweiß“? Also Unweißwald? Nullweißgeld? Antiweißbrot?

Bitte helfen Sie mir! Wir müssen jetzt ganz fest zusammenstehen! Das Gästebuch der Website vom Verkehrs- und Bürgerverein Stickenbüttel liegt für Sie bereit. Wenigstens einige deutsche Brocken sollten erlaubt bleiben! Wenn wir schon in der teilweise selbst verschuldeten Flüchtlings-Jahrhundert-Sündflut ersaufen, so will ich doch wenigstens noch auf Deutsch um Hilfe rufen dürfen.

Obwohl – es wird ja sowieso keiner hinhören…
Denn die Welt ist längst einig und reibt sich die Hände: „Laßt die Deutschen mal immer ruhig weitermerkeln! Wir mischen uns nicht ein! Die schaffen das! Ganz allein! Mutti hat´s versprochen.“

Ach Angela, volksferne Kanzlerin! Da würde ich jetzt so gern ein bißchen schwarz sehen. Aber ich darf ja nicht. Es ist seit Montag verboten.

Watt´n Schiet!!!

Bis bald mal wieder

Corbinian Wagenseyl

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