Herzlich willkommen Teil 1

Die verschreckte Republik

Mantras, Mühlen, Meinungsbildung

Humor war gestern

Lieselotte, meine unübertreffliche Gattin, wundert sich über die nachfolgende Kolumne. „Corbinian,“fragt sie irritiert, „warum verläßt du deine Linie? Wolltest du nicht einfach heiter-besinnlich die menschlichen Schwächen aufs Korn nehmen und es damit gut sein lassen? Bis jetzt haben sich doch nur ganz wenige über dich geärgert? Und plötzlich wirst du so bissig und fängst an, dich über Politik und Flüchtlingskrise aufzuregen? Was ist los mit dir, Corbinian??
Bitte sag´s mir ehrlich!“

Also gut:

Dies wird keine messerscharfe Analyse der derzeitigen Geschehnisse bei uns und in der Welt. Das überlasse ich anderen, die das viel besser können. Es ist eher ein Einblick in meine Befindlichkeit angesichts der Flüchtlingskatastrophe, die über uns hereingebrochen ist, und die mich umtreibt wie selten etwas zuvor.

Ich habe nichts gegen Ausländer in überschaubarer Zahl, die bei uns in Deutschland Schutz suchen vor Mord und Totschlag in ihrer Heimat. Voraussetzung: Sie benehmen sich hier anständig und respektieren unsere Lebensweise. Man soll ihnen helfen und sie von Fall zu Fall auch einbinden in unsere Gesellschaft. Dabei haben sie als Gäste dann zumindest ihren guten Willen einzubringen.

Aber ich habe entschieden etwas gegen die millionenfache unkontrollierte Überflutung unseres Landes mit Menschen, die mit all ihren überzogenen Paradies-Erwartungen bei uns unterkommen wollen und ihr völlig anderes Weltbild mitbringen. Ich habe etwas gegen die Dauerkonflikte, die uns dadurch zwangsläufig entstehen werden. Und ich kann mich nicht anfreunden mit den drohenden Parallel-Gesellschaften, wie sie sich ja ohnehin schon bei uns breitgemacht haben. Es könnte sein, daß dies eines Tages nicht mehr mein Land ist. Und davor habe ich Angst.

Besonders aber habe ich etwas gegen eine unbedachte, gutmenschelnde Kanzlerin an der Spitze einer planlosen, zerstrittenen Koalitionsregierung, die erst alle Tore weit aufreißt und sie dann nicht mehr zukriegt, so daß Deutschland zusehends zum Sozialamt der Welt wird. Man nennt die Dinge nicht beim Namen, man findet keine tragfähigen Lösungen, sondern man speist das Volk ab mit markigen Sprüchen, Parolen und Absichtserklärungen. Besonders ungezogen finde ich dabei die Art, wie jemand diffarmiert wird, wenn er eine andere Ansicht vertritt als die vorgegebene Regierungsmeinung. Der ist dann gleich mal ein Neonazi, ein Fremdenhasser usw. oder zumindest ein Stammtischbruder.

Zu diesen Brüdern gehöre auch ich. Als solcher sehe ich z.Zt. keinen Anlass zu besonderem Frohsinn.

Tische und Mühlen

Der Stammtisch: Der gilt in Herrscherkreisen als ein Ort oder eine Institution, wo immer die gleichen Spießbürger und Querulanten über Dinge palavern, von denen sie nichts verstehen – etwa über das Alltagsleben oder die Politik. Man nennt diese Leute „Stammtischbrüder und -schwestern“, weil man „Dorfdeppen“ heute nicht mehr sagt. Ihre dummdreisten Ansichten werden demgemäß als „Stammtischparolen“ bezeichnet und von keiner souveränen Regierung ernst genommen. Schließlich wird das tumbe Volk durch seine Politiker bestens vertreten und auch mit der jeweils korrekten Meinung versorgt. Alles andere ist nur Geschwätz.

Der staatstragende Kabinettstisch

dagegen befindet sich im Kanzleramt zu Berlin. Er ist lang-oval und so groß, daß die Kanzlerin und alle Minister/Innen – also das Kabinett – bequem daran Platz finden. Hier versammelt sich die Führungstruppe allwöchentlich, um über das Wohl und Wehe der Nation zu beraten. Im milden Schein des Wähler-Vertrauens walten sie ihres beeideten Amtes, nämlich Schaden vom Volk zu wenden und seinen Wohlstand zu mehren – so wahr ihnen Gott helfe (oder auch nicht). Außerdem legt man fest, was die Bevölkerung zu denken hat. Diese Vorgaben werden sodann mit Hilfe der Medien flugs verbreitet und von allen braven Bürgern als ihre eigene Meinung anerkannt und übernommen.

Wer es trotzdem wagt, bestimmte Dinge anders zu beurteilen, der darf sich nicht beklagen, wenn er unverzüglich als Rassist bezeichnet wird, als Pedigist, Islamkritiker usw. Schon hat er automatisch unrecht und sollte gefälligst schweigen.

Merke: Jedermann ist berechtigt, zu denken, was er will. Aber er soll´s dann für sich behalten!

Die Sache mit der eigenen Meinung

Zwar: Viele glauben, „Meinungsfreiheit“ bedeutet „frei von Meinung“. Das mag ein komfortabler Zustand sein – nichts denken, alles glauben, andere machen lassen. Bequem für den Betreffenden selbst, und bequem für die übrigen, die ihn so besser manipulieren können. Zu  nennen wären da Mitmenschen, Religionsgemeinschaften, Parteien – und die Regierung, die es schließlich besonders schwer hat: Für das ganze Volk muß sie denken und handeln. Da freut sie sich über jeden, der ungeprüft ihre Meinung teilt und ohne eigene Gedanken auskommt. (Man nennt es: „political correctness“.)

Nachdenken erzeugt Nachfragen

Das klappt freilich nicht mehr immer. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise beginnen einige Unbelehrbare neuerdings, selbständig zu überlegen. Und fangen an, unliebsame Fragen zu stellen:

Welche Ursachen hat diese Völkerwanderung, warum wollen alle nach Deutschland, warum dürfen wir nicht selbst über Art und Zahl der Ankömmlinge entscheiden (die USA oder Australien tun das ganz selbstverständlich), wo sollen all diese Menschen unterkommen, wovon sollen sie leben, wie wird man sie wieder los oder wie kann man sie eingliedern, wie wird sich unser Land verändern, wo ist die Solidarität der EU-Staaten und der übrigen Welt, wer soll das alles bezahlen??? Fragen über Fragen an Frau Merkel und ihren Hofstaat. Auf einmal meldet sich das Volk zu Wort.

Das hat uns gerade noch gefehlt!

Denn wie soll man jetzt zugeben, daß man in den letzten Jahren reichlich politische Fehler und Versäumnisse begangen, daß man zusammen mit dem übrigen Europa nix zustande gebracht hat in Sachen Voraussicht und Vorsorge? Nicht erst seit gestern treiben die geschleusten Flüchtlinge über das Mittelmeer heran. Das hat man geflissentlich übersehen. Plötzlich aber kommen sie in Massen und überschwemmen Deutschland auf der Suche nach dem vermeintlichen Paradies. Wer konnte das ahnen? Jeder! Aber jetzt heißt es: Abstreiten! Schönreden! Kleinhalten! Gesicht wahren!

Der Ruf der Kanzlerin

Und Frau Merkel ruft sie auch noch herbei und lädt sie alle, alle ein. Inzwischen hat sie vielleicht selbst eingesehen, daß es so nicht geht. Aber sie gibt es nicht zu, sondern beharrt trotzig auf ihrer so grandiosen Verheißung:

WIR SCHAFFEN DAS!

Wer ist das überhaupt, dieses „WIR“? Sogar etliche Landesfürsten fordern inzwischen dringend eine Pause, viele Kommunen sind extrem überlastet und die bewundernswerten Helfer am Ende ihrer Kräfte. Überall im Land ruft man um Hilfe. Aber niemand will das hören. Denn „das Asylrecht kennt keine Obergenze“. An dieser fahrlässigen Mißdeutung des Grundgesetzes wird Deutschland noch zu beißen haben, wenn derzeitige Amtsperioden längst abgelaufen sind.

Die Gebetsmühlen

Anstatt aber die riesigen Probleme wenigstens ehrlich beim Namen zu nennen und das betroffene Volk einzubeziehen in die Suche nach Lösungen, errichtet man überall im Land staatliche Gebetsmühlen mit simplen Mantras (Mantra = sich ständig wiederholender Spruch, Beschwörungsformel). Ein leichter Dreh an der Trommel – und jede Frage wird beantwortet. Automatisch, immer mit den gleichen Sprüchen. Dieses Verfahren nennt man „Dialog mit dem mündigen Bürger“.

Hierzu ein paar einfache Beispiele:

Frage:
Warum braucht Deutschland angeblich so sehr diese extreme Zuwanderung aus dem Nahen Osten und Nordafrika?

Mantra: DAS DEUTSCHE VOLK STIRBT AUS.

Frage:
Warum müssen wir für 600.000 freie Arbeitsplätze bei über 2 Millionen Arbeitslosen unbedingt orientalische und afrikanische Migranten herbitten? Sind das wirklich alles die benötigten „Fachkräfte“?

Mantra: DIE WIRTSCHAFT BRAUCHT ARBEITSKRÄFTE

Frage:
Was ist eigentlich mit den 16,5 Millionen Deutschen an der Armutsgrenze und mit den Kleinrentnern, die noch mit 70 dazuverdienen müssen? Sollte man sich nicht auch mal um die kümmern?

Mantra: DEUTSCHLAND IST EIN REICHES LAND.

Frage:
Stimmt es, daß wir nach dem Krieg Millionen von Flüchtlingen aufgenommen haben, und waren das Deutsche, also Menschen aus dem gleichen Kulturkreis? Und:

Stimmt es, daß nach der Wende 1989 hunderttausende Brüder und Schwestern aus dem Osten – also Deutsche – zu uns in den Westen gewechselt haben, während Millionen weitere „drüben“ geblieben sind?

Mantra: WIR HABEN DAS SCHON ZWEIMAL GESCHAFFT.

Frage:
Trifft es wirklich zu, daß das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit die unkontrollierte Flutung des Landes mit Millionen wildfremder Menschen aus voller Überzeugung gutheißt?

Mantra: WELCHES DEUTSCHE VOLK??

Wer mag, der suche sich weitere Beispiele. Es ist ganz leicht.

Zu viele Mantras wecken die Leute

Die Mantras haben eine wohlkalkulierte, einschläfernde Wirkung, Mit ihrer Hilfe lassen sich berechtigte Zweifel und Sorgen der Bürger um ihre Zukunft kostengünstig gegen Null leiern. Doch Achtung: Langsam wacht die Bevölkerung auf und beginnt zu ahnen, wie sie höheren Ortes verschaukelt wird. (Manche sagen schon ganz offen: „Verarscht“.) Man entdeckt die Meinungsfreiheit (Artikel 5/1 Grundgesetz) und beginnt, sich öffentlich zu Wort zu melden. Immer mehr „Populisten“ vergiften ihre gutgläubigen Mitbürger mit ihrer „Panikmache“. Irritiert vernimmt die Große Koalition, vernehmen die Medien, vernehmen die grünen Sozialromantiker und die anderen Gutmenschen, daß ihre blauäugige Sicht der Dinge wohl nicht mehr die allein gültige ist.

Droht da eine Gegenbewegung? Am Ende gar eine Art Revolution? Aber die ist ja behördlicherseits gar nicht genehmigt?!

Im Regierungssitz zu Berlin piept ein erster Rauchmelder. Noch wird man ihn dort überhören.

Bis bald mal wieder

Corbinian Wagenseyl

Lesen Sie im Teil 2:

Entbehrliche Gedanken zum Thema: DIE HILFLOSE REPUBLIK

Traum(a)ziel Deutschland

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